Kultur- und Kunstpreis an Rolf GĂŒnther verliehen

Freital: Kultur- und Kunstpreis an Rolf GĂŒnther verliehen
PreisĂŒbergabe mit OberbĂŒrgermeister Uwe Rumberg, PreistrĂ€ger Rolf GĂŒnther und Laudator Prof. Harald Marx (v. l. n. r.)

Die Große Kreisstadt Freital hat im Rahmen einer Festveranstaltung am 2. Mai 2019 den Kultur- und Kunstpreis 2019 vergeben. Ausgezeichnet wurde Museumsdirektor Rolf GĂŒnther. Damit soll sein jahrzehntelanges Wirken fĂŒr Schloss Burgk und die dort beheimateten StĂ€dtischen Sammlungen Freital gewĂŒrdigt werden. Der Preis ist mit einem Betrag von insgesamt 3.000 Euro dotiert.

Freital hat mit seinen StĂ€dtischen Sammlungen im wunderschönen Schlossensemble etwas ganz Besonderes zu bieten. Die Kenner wissen, welchen großartigen Fundus sie in Freital finden. Und alle anderen sind oft erstaunt, wenn sie diesen Schatz entdecken und das Museum mit all seinen Facetten besuchen. „Zur Bewahrung und klugen wie nachhaltigen Weiterentwicklung dieses kulturellen Kleinods braucht es neben dem Bekenntnis der Stadt auch Menschen, die diese Kulturlandschaft immer wieder aktiv als die ihre annehmen. Das Engagement von Herrn GĂŒnther, eines der grĂ¶ĂŸten nichtstaatlichen Museen im Freistaat Sachsen zu diesem attraktiven Museumskomplex mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten, zu einem Highlight ausgesuchter sĂ€chsischer Kunst zu entwickeln und zu gestalten, soll mit dieser Ehrung gewĂŒrdigt werden“, so OberbĂŒrgermeister Uwe Rumberg.

Umrahmt wurde die Preisverleihung auf Schloss Burgk von Jan Heinke auf der Stahlharfe. Die Laudatio hielt der ehemalige Direktor der GemĂ€ldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Harald Marx – ein langjĂ€hriger WeggefĂ€hrte Rolf GĂŒnthers.

Weitere Informationen

Rolf GĂŒnther ist seit 1987 Direktor der StĂ€dtischen Sammlungen Freital. Unter seiner Leitung entwickelten sie sich zu einem der grĂ¶ĂŸten nichtstaatlichen Museen des Freistaates Sachsen. Das einstige Rittergut Burgk – seit dem 14. Jahrhundert als Herrensitz bekannt -beherbergt heute einen Museumskomplex mit unterschiedlichen Sammlungsschwerpunkten. Die Entwicklung wurde durch Herrn GĂŒnther maßgeblich initiiert, geprĂ€gt und mit hohem persönlichem Einsatz umgesetzt.

Heute umfasst die AusstellungsflĂ€che fast 4.000 Quadratmeter in den in mehreren Etappen sanierten RittergutsgebĂ€uden sowie den dazugehörigen FreiflĂ€chen. Außer den Themenkomplexen Steinkohlen-Altbergbau, Stadt- und Industriegeschichte in der regionalgeschichtlichen Ausstellung im Schloss zĂ€hlen heute zwei bedeutsame Kunstsammlungen – die StĂ€dtische Kunstsammlung Freital und die Stiftung Pappermann –, eine Schauanlage zum modernen Steinkohlenbergbau, ein Besucherbergwerk, ein bergbaulich geprĂ€gter Technikgarten, das schulhistorische Kabinett sowie SonderausstellungsrĂ€ume zu den StĂ€dtischen Sammlungen. Einen besonderen Platz als Leihgabe des Siemens-Forum MĂŒnchen nimmt „Dorothea“ ein, die erste elektrische Grubenlok der Welt, gebaut 1882 von “Siemens & Halske/Berlin”.

Glanzpunkte der Kunstsammlung zur Dresdner Kunstszene von 1764 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts sind neun klassische GemĂ€lde von Otto Dix. Aber auch der Umkreis dieses fĂŒr die Kunstentwicklung so wichtigen Malers ist zum Teil in bester QualitĂ€t vertreten. So finden sich Hauptwerke von Willy Kriegel, Wilhelm Lachnit, Wilhelm Rudolph, Pol Cassel, Otto Lange, Curt Querner, Christoph Voll, Ewald Schönberg u.v.a.. Auch die Lehrergeneration der Dresdner Akademie, welche fĂŒr Dix und dessen Kollegen so prĂ€gend war, ist mit Werken von Carl Bantzer, Otto Gussmann, Georg LĂŒhrig, Max Feldbauer, Ludwig von Hofmann und Richard MĂŒller hier vorzĂŒglich dokumentiert. ErgĂ€nzung und somit eine HinfĂŒhrung ins 21. Jahrhundert erfĂ€hrt die Kunstsammlung ĂŒber den Neuerwerb zeitgenössischer sĂ€chsischer KĂŒnstler, deren Schaffensweise den KĂŒnstlern der klassischen Moderne verbunden sind.

Besondere Höhepunkte der Stiftung Pappermann sind Werke von Meistern der ersten und zweiten Romantikergeneration, wie Johan Christian Clausen Dahl, Carl Gustav Carus, Johann Anton Castell, Victor Paul Mohn oder Karl Robert Kummer. Der in stĂ€ndiger Aufwertung begriffene Christian Friedrich Gille ist ebenso vertreten wie Ludwig von Hofmann, Hans Unger, Sascha Schneider und der leider fast vergessene Ludolf Verworner. Die Freilichtmalerei wird durch herausragende Werke von Gotthardt Kuehl, Carl Bantzer, Fritz Beckert, Ferdinand Dorsch, Wilhelm Claudius und Robert Sterl ausgewiesen. Arbeiten von Hans JĂŒchser, Erich Fraaß oder Paul Wilhelm sind ebenso vertreten wie von Albert Wigand oder Joachim Heuer. FĂŒr die nach dem Zweiten Weltkrieg Schaffenden sollen hier die Namen von Werner Haselhuhn und JĂŒrgen Schieferdecker stehen.

Neben den stĂ€ndigen Ausstellungen des Hauses werden jedes Jahr zahlreiche Sonderausstellungen realisiert. Zu den Ausstellungen entstanden eine Reihe von Katalogen und anderen Publikationen. Mit der Veranstaltungsreihe Musecco wurde in der Kulturlandschaft eine feste GrĂ¶ĂŸe geschaffen.

Die StĂ€dtischen Sammlungen Freital auf Schloss Burgk haben diese PrĂ€gung durch das Wirken Ihres langjĂ€hrigen Leiters Rolf GĂŒnther erhalten. Mit einem hohen Maß an persönlichem Einsatz setzte er Visionen um. So entstand aus zum Teil bis in die Wendejahre landwirtschaftlich genutzten GebĂ€uden ein AushĂ€ngeschild fĂŒr Freital.
Ein Schulhistorisches Kabinett, der romantische Park, das SchlosscafĂ©, zwei VeranstaltungssĂ€le und der Erlebnisspielplatz „Burgkania“ runden das vielfĂ€ltige Angebot ab.

StÀdtische Sammlungen auf Schloss Burgk

  • Altburgk 61, 01705 Freital
  • Tel.: 0351 6491562
  • Fax: 0351 6418310
  • E-Mail: museum@freital.de
  • Internet: www.freital.de/museum

Öffnungszeiten

  • Dienstag bis Freitag: 12.00 – 16.00 Uhr
  • Sonnabend, Sonntag und Feiertag: 10.00 – 17.00 Uhr
  • Montag: geschlossen

Kultur- und Kunstpreis

Seit 1999 vergibt die Stadt Freital den Kultur- und Kunstpreis. Sie möchte damit zur besonderen Förderung und WĂŒrdigung fĂŒr in der Stadt tĂ€tige KĂŒnstler und Vereine, aber auch zur UnterstĂŒtzung von ĂŒberdurchschnittlich begabten Talenten, beitragen.

Bisherige PreistrÀger

  • 1999  k.u.n.s.t.-verein Freital e. V.
  • 2000  Prof. Dr. Gottfried Bammes
  • 2001  Peter Fritzsche
  • 2002  Wolfgang Petrovsky
  • 2003  Ulrich Mignon
  • 2004  Erika Schmidt
  • 2005  Barbara Hornich
  • 2008  Gert Knieps, Gerhard Patzig
  • 2010  Ralf Kempe
  • 2011  Eberhard von der Erde
  • 2012  Olaf Stoy
  • 2013  Arbeitsgruppe Gedenken
  • 2015 Heinz Fiedler
  • 2017 Hannelore Umlauft, Moutlak Osman

Pressemitteilung und Bild Große Kreisstadt Freital 03.05.19

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