Lederfabrik in Freital wird jetzt abgerissen

Lederfabrik
Uwe Rumberg und Sachsens Innenminister Prof. Roland Wöller (am Steuer des Baggers).

An der ehemaligen Lederfabrik haben die Vorbereitungen fĂŒr den Abriss des GebĂ€udes begonnen. Derzeit erfolgt seitens der beauftragten Lengenfelder Recycling und Abbruch GmbH die Einrichtung der Baustelle. Die eigentlichen Abbrucharbeiten sollen voraussichtlich ab dem 12. August 2019 beginnen. Ab Januar 2020 ist die Sanierung der AußenflĂ€chen geplant. FĂŒr diese wird derzeit die öffentliche Ausschreibung vorbereitet.

Aus SicherheitsgrĂŒnden ist wĂ€hrend des Abrisses zeitweilen – ab voraussichtlich Mitte September 2019 – eine halbseitige Sperrung der Poisentalstraße mit Ampelregelung nötig. Weitere VerkehrseinschrĂ€nkungen können sich operativ ergeben. Die Baustellenandienung erfolgt ĂŒber die Hinterstraße, so dass in dem Bereich als auch auf der Körnerstraße mit erhöhtem Baustellenverkehr zu rechnen ist. Die Baufirma ist angehalten, Belastungen durch Staub und Dreck mit geeigneten Maßnahmen auf ein Minimum zu begrenzen. Anwohner erhalten in den nĂ€chsten Tagen zum Vorhaben auch noch eine Information, in der weitere Fakten und auch Ansprechpartner zu finden sind.

FĂŒr den Abriss stehen Fördermittel aus dem EuropĂ€ischen Fonds fĂŒr regionale Entwicklung (EFRE) zur VerfĂŒgung. Außerdem werden Mittel in die Sanierung und sich anschließende BegrĂŒnung des 8.000 Quadratmeter großen Areals sowie die Erschließung ĂŒber die Hinterstraße fließen. Im Rahmen der Nachnutzung der FlĂ€che sollen der MĂŒhlgraben offengelegt und der ‚MĂŒhlenpark‘ mit Sitzstufen und Gehölzpflanzungen uferbegleitend gestaltet werden. Die Gesamtkosten liegen voraussichtlich bei etwas mehr als 5,5 Millionen Euro, davon Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 4,2 Millionen Euro.

Mit einem möglichen Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort könnte das Areal darĂŒber hinaus in Zukunft eine nachhaltige Nutzung erfahren, an dem verschiedenste Ämter von Stadt, Kreis und Land unter einem Dach gebĂŒndelt werden.

Hintergrundinformationen fĂŒr die Berichterstattung
Der Stadtrat von Freital hatte im Jahr 2013 den Ankauf der ruinösen ehemaligen Lederfabrik an der Poisentalstraße beschlossen. Studien hatten jedoch erhebliche bautechnische SchĂ€den und MĂ€ngel an dem GebĂ€ude sowie eine Kontaminierung der Bausubstanz ergeben. FĂŒr eine Bestandssicherung, Altlastenbeseitigung und niedrigschwellige Sanierung zur gewerblichen Nutzung ging die Stadtverwaltung von einem finanziellen Aufwand ĂŒber mindestens rund 8,7 Millionen Euro aus. Die Stadt selbst hĂ€tte davon aus Eigenmitteln mindestens 3,8 Millionen Euro bereitstellen mĂŒssen. DarĂŒber hinaus wĂ€ren Betriebskosten und Anfangsverluste in Höhe von weiteren rund 1,1 Millionen Euro an stĂ€dtischen Eigenmitteln fĂŒr die Anlaufzeit von maximal zehn Jahren aufgelaufen. Dieses Geld hĂ€tte dann bei wichtigen Investitionen in den Kita- und Schulhausbau sowie in Infrastrukturmaßnahmen gefehlt. Eine wirtschaftliche Sanierung der Lederfabrik war demzufolge nicht darstellbar. Die mehrheitliche Entscheidung des Stadtrates fĂŒr einen Abriss fiel am 18. Mai 2017. Die denkmalschutzrechtliche Genehmigung fĂŒr den Abbruch der ehemaligen Lederfabrik wurde schließlich von der Landesdirektion Sachsen im August 2018 erteilt. Seitdem liefen die Vorbereitungen fĂŒr den RĂŒckbau.

Bagger vor der Lederfabrik
Bagger vor der Lederfabrik

Pressemitteilung / Bild: Stadt Freital 08.08.2019 / Uwe Rumberg und Sachsens Innenminister Prof. Roland Wöller (am Steuer des Baggers). Sie gaben heute den offiziellen Startschuss fĂŒr die Abrissarbeiten an der ehemaligen Lederfabrik.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (Bewertung Ø 4,73 von 5)
Loading...